So lernt dein Baby, im eigenen Bett einzuschlafen

Viele Eltern wünschen sich, dass ihr Kind entspannt im eigenen Bett einschlafen kann. Und gleichzeitig erleben sie genau das Gegenteil. Das Einschlafen klappt nur im Kinderwagen, auf dem Arm, auf dem Hüpfball, in der Federwiege oder immer nur in Bewegung. Sobald das Kind abgelegt wird oder im Liegen einschlafen soll, wird es unruhig oder wacht sofort wieder auf. In diesem Artikel schauen wir gemeinsam darauf, warum das so ist, wie diese Gewohnheiten entstehen und vor allem, wie du dein Kind liebevoll und ohne Druck dabei unterstützen kannst, im Liegen und im Bett einzuschlafen. Schritt für Schritt, in eurem Tempo und so sanft wie möglich.

2/8/20264 min read

baby's black wooden crib with LED crib mobile
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Warum viele Babys am Anfang nur in Bewegung einschlafen

Um zu verstehen, warum das Einschlafen im Bett manchmal so schwerfällt, lohnt sich ein Blick auf die ersten Lebensmonate: Babys kommen auf die Welt und müssen sich erst einmal orientieren. Alles ist neu: Geräusche, Licht, Temperatur, Verdauung, Müdigkeit, Hunger. Und wenn etwas nicht passt, kommunizieren Babys das auf ihre einzige Art und Weise: durch Weinen.

Gerade in den ersten drei Lebensmonaten gibt es deshalb ganz bewährte Beruhigungsstrategien. Eine der wichtigsten ist der enge Körperkontakt. Getragen werden, Nähe spüren, den Herzschlag hören. Das gibt Sicherheit, stärkt die Bindung und sorgt dafür, dass im Körper deines Babys das Bindungs- und Glückshormon Oxytocin ausgeschüttet wird.

Zusätzlich wirkt Bewegung extrem beruhigend. Das sanfte Schaukeln auf dem Arm, das Gehen mit dem Kinderwagen oder das Hüpfen auf dem Ball erinnert dein Baby an die Zeit im Bauch. Nähe und Bewegung zusammen sind für viele Babys der Schlüssel zur Entspannung. Und ganz oft passiert dabei etwas völlig Natürliches: Sie schlafen ein.

Warum das am Anfang absolut richtig ist

Während der Neugeborenenzeit funktioniert Schlaf noch sehr zufällig. Es gibt keine festen Strukturen, keine klaren Wachzeiten und keinen gleichmäßigen Rhythmus. Dein Baby schläft, wenn es müde ist, und wacht auf, wenn es etwas braucht.

In dieser Phase kannst du dein Kind nicht verwöhnen. Du kannst nichts falsch machen. Alles, was deinem Baby guttut und sich für dich richtig anfühlt, ist genau richtig. Nähe, Tragen, Bewegung und Einschlafen auf dem Arm sind keine schlechten Gewohnheiten, sondern eine völlig normale und wichtige Phase.

Was sich mit der ersten Schlafregression verändert

Zwischen der 16. und 18. Lebenswoche, oft rund um den vierten Monat, verändert sich der Schlaf deines Babys grundlegend. Diese Phase nennt man die erste Schlafregression. Das Gehirn reift, neue neuronale Verknüpfungen entstehen und der Schlaf wird strukturierter.

Ab diesem Zeitpunkt kann dein Baby beginnen, sogenannte Schlafassoziationen zu entwickeln. Das bedeutet, es verknüpft bestimmte Bedingungen mit dem Einschlafen. Zum Beispiel engen Körperkontakt und Bewegung.

Nicht jedes Kind entwickelt automatisch eine Schlafassoziation. Aber wenn sie entsteht, kann es sein, dass dein Baby glaubt, nur unter genau diesen Bedingungen einschlafen zu können.

Unser Fokus heute liegt jedoch nicht auf dem Auflösen von Schlafassoziationen, sondern darauf, wie dein Kind lernen kann, im Liegen im Bett einzuschlafen.

pink and white hello kitty pillow
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Gute Nachrichten: Dein Kind kann das lernen

Babys lernen jeden Tag. Schlafen ist nichts Starres, sondern ein Entwicklungsprozess. Wichtig ist vor allem, dass du deinem Kind zutraust, Neues zu lernen.

Viele Eltern machen den Fehler, aus einer schwierigen Erfahrung sofort eine feste Regel zu machen. Nur weil das Einschlafen im Bett gestern oder letzte Woche nicht gut geklappt hat, heißt das nicht, dass es heute wieder so sein muss. Schlaf wird von vielen Faktoren beeinflusst, und einer davon ist besonders entscheidend.

Der wichtigste Schlüssel: der richtige Zeitpunkt

Der wichtigste Faktor für entspanntes Einschlafen ist der richtige Zeitpunkt. Dein Kind sollte weder zu früh ins Bett gelegt werden, wenn es noch nicht müde genug ist, noch zu spät, wenn es bereits übermüdet ist.

Ein gut getimtes Schlafangebot macht Einschlafen überall leichter, egal ob im Kinderwagen, auf dem Arm oder im Bett. Wenn du unsicher bist, wann der richtige Zeitpunkt für dein Kind ist, lohnt sich ein Blick auf altersgerechte Wachzeiten und Schlafpläne.

Schritt für Schritt zum Einschlafen im Bett

Bevor dein Kind im Bett im Liegen einschlafen kann, ist es hilfreich, ihm das Einschlafen in der Waagerechten beizubringen. Wenn dein Baby bisher nur mit aufrechtem Köpfchen einschläft, kannst du beginnen, es auf dem Arm in eine liegendere Position zu bringen.

Sobald das gut klappt, was oft schon nach wenigen Tagen der Fall ist, kannst du die Bewegung langsam reduzieren. Weniger Schaukeln, weniger Hüpfen, weniger Gehen. Dein Kind darf dabei weiterhin einschlafen, aber ohne die starke Bewegung.

Der nächste Schritt ist dann das Einschlafen im Bett. Dabei gibt es kein richtig oder falsch. Du kannst dich danebenlegen, Körperkontakt geben oder einfach ruhig in der Nähe sein. Entscheidend ist, dass dein Kind sich sicher fühlt.

Weniger Reize helfen beim Einschlafen

Ein häufiger Fehler ist es, das Kind ins Bett zu legen und es dabei aufmerksam zu beobachten. Viele Babys öffnen beim Einschlafen noch einmal kurz die Augen. Wenn sie dann direkten Blickkontakt bekommen, werden sie sofort wieder wach.

Deshalb gilt: Wenig Reiz ist mehr. Sei da, aber ohne dein Kind starr zu beobachten. Ruhig, präsent, verlässlich. Dein Kind spürt dich auch ohne Blickkontakt.

Übung, Vertrauen und Geduld

Einschlafen im Bett ist keine Fähigkeit, die über Nacht perfekt funktioniert. Es ist ein Lernprozess. Mit Geduld, kleinen Schritten und Vertrauen in dein Kind wird es immer leichter.

Und wenn du merkst, dass dich das Thema Babyschlaf insgesamt interessiert oder du dir mehr Sicherheit wünschst, schaue dich gern hier auf meinem Blog um und folge mir auf Instagram.